Lobbyismus machen immer die Anderen. Über die Zeit und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Man selber treibt den Diskurs voran. Die neue Partnerschaft zwischen der Zeit und der “Initiative Soziale Marktwirtschaft” ist ein interessantes Beispiel für die Unterwanderung von Medien durch Partikularinteresse und ideologische Lobbyarbeit.

Die Initiative Soziale Marktwirtschaft, ein neoliberaler Think-Tank hat seine Besten Zeiten wohl hinter sich. Auch gilt, laut Zeit Online-Artikel vom 19.10.2011, die “Lehrmeinung der INSM (…) mittlerweile als diskreditiert”.

Dies hindert dieselbige Zeitung aber nicht, gemeinsam mit dem “Lautsprecher des Kapitals” (Zeit vom 4. Mai 2005) einen Essaywettbewerb für Studenten ins Leben zu rufen. Üppig ausgestattet mit 10,000 Euro Preisgeld sollen diese Beiträge zur “Sozialen Marktwirtschaft” einreichen.

Immerhin ist die Ausschreibung recht transparent, was hier unter “Sozialer Marktwirtschaft verstanden wird. Als “Fundament von Werten und Regeln” zählen “Freiheit, Eigentum und Wettbewerb” – zugestanden wird in ordo-liberaler Tradition noch ein “ordnender Rahmen”. Ein bemerkenswertes Fundament, wo doch grade in einer sozialen Krise genau diese Institutionen im großen Umfang in Frage gestellt werden. Und würde aus der “Marktwirtschaft” eine “soziale” nicht erst, wenn man tatsächliche gesellschaftliche Werte, die diesen Namen auch verdienen berücksichtigt? Zum Beispiel “Chancengleichheit”, “Gesellschaftliche Verantwortung” oder “Globale Gerechtigkeit”?

Die Zeit, als führende deutsche Wochenzeitschrift, hat die Initiative Soziale Marktwirtschaft über die Jahre kritisch begleitet. Umso erschreckender, dass sie jetzt selbst zum Lautsprecher macht.

 

 

One Response to Der neue Lautsprecher des Kapitals?

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